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100 % regionales Massivholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft

Kirschblüten im Frühjahrslicht – der Kirschbaum als Ursprung des charakteristischen Kirschholzes

Kirschholz: Das warme Edelholz für hochwertige Massivholzmöbel

Es gibt heimische Hölzer, die unauffällig ihren Dienst tun, und es gibt Hölzer, die einen Raum sofort wärmer wirken lassen, sobald sie hineingestellt werden. Kirschholz gehört zur zweiten Sorte. Sein warmer Rötlich-Braun-Ton, die feine, lebendige Maserung und die Eigenheit, mit den Jahren immer schöner zu werden, machen es zu einem der gefragtesten Möbelhölzer Europas. Wer einmal ein Sideboard oder einen Esstisch aus Kirschbaumholz im Abendlicht gesehen hat, vergisst diesen Farbton nicht.

Bei Oakberry mögen wir Kirschholz, weil es ein heimisches Hartholz mit echtem Charakter ist, und weil es ein Argument gegen die ewige Eiche-vs.-Nussbaum-Frage liefert. In diesem Artikel schauen wir uns das Holz im Detail an: Woher es kommt, wie es aussieht, wie es sich im Laufe der Jahre verändert, welche Eigenschaften es technisch mitbringt und wofür es sich besonders eignet. Wir vergleichen es ehrlich mit Eiche und Nussbaum, sprechen über Preise und über die Nachhaltigkeitsfrage, und wir klären die Klassiker zur Pflege.

Was ist Kirschholz?

Kirschholz stammt von Bäumen der Gattung Prunus, einer Verwandtschaft, die jedem Gartenbesitzer ein Begriff ist. Für den Möbel- und Holzhandel sind zwei Arten entscheidend: Die europäische Vogelkirsche (Prunus avium) und die amerikanische Schwarzkirsche (Prunus serotina), oft als American Cherry oder Black Cherry verkauft. Beide liefern hochwertiges Möbelholz, unterscheiden sich aber in Farbe, Maserung und vor allem in der Herkunft deutlich voneinander.

Die Vogelkirsche ist der heimische Klassiker. Sie wächst in ganz Mitteleuropa, also auch in Deutschland, Österreich und Frankreich, und erreicht Höhen bis etwa 25 Meter. Sie ist derselbe Baum, der im Frühling die Wälder mit weißen Blüten überzieht und im Sommer kleine, dunkle Wildkirschen trägt. Ihr Holz ist das, was Tischler in Mitteleuropa meinen, wenn sie von Kirschbaumholz oder Kirschholz für Möbel sprechen. Die Schwarzkirsche stammt aus Nordamerika, wird dort planmäßig forstwirtschaftlich angebaut und liefert in der Regel größere, gleichmäßiger gewachsene Stämme als die europäische Verwandtschaft. Sie ist im Holzbild etwas einheitlicher und meist etwas heller im frischen Zustand.

Eine Eigenheit teilen beide Arten: Kirschholz zählt zu den zerstreutporigen Laubhölzern. Die Gefäße verteilen sich gleichmäßig über den Jahresring und nicht in markanten Bändern wie bei Eiche oder Esche. Daraus entsteht die ruhige, feine Maserung, die das Holz so dankbar für klare, moderne Möbel macht. Botanisch ist Kirschholz also weder mit Eiche noch mit Nussbaum verwandt, optisch bewegt es sich aber im selben hochwertigen Segment.

Aussehen, Farbe und Maserung — die Optik von Kirschholz

Die Kirschholz-Farbe ist sein wichtigstes Verkaufsargument, und sie ist alles andere als statisch. Frisch verarbeitet zeigt Kirschholz einen hellen, fast blassen Rötlich-Braun-Ton mit gelblichen oder ockerfarbenen Schimmern. Manche Stücke wirken zunächst fast wie helles Birnbaumholz oder leicht gefärbtes Buchenholz. Wer dann nach zwei Jahren wieder hinschaut, sieht ein anderes Möbelstück: Die Farbe ist deutlich nachgedunkelt und zu einem warmen, sattem Rötlich-Braun gereift, das je nach Lichteinfall ins Goldene oder ins leicht Mahagonifarbene spielt.

Diese Nachdunkelung ist die Eigenschaft, die Kirschholz so unverwechselbar macht. Sie geschieht durch Lichteinfluss, vor allem durch den UV-Anteil im Tageslicht, und sie verläuft im ersten halben Jahr besonders schnell. Wer einen frisch eingerichteten Esstisch aus Kirschbaumholz wochenlang mit einer Tischdecke abdeckt und dann die Decke entfernt, sieht den Helligkeitsunterschied zwischen abgedeckter und freier Fläche deutlich. Genau aus diesem Grund empfehlen wir bei Oakberry, Möbel aus Kirschholz in den ersten Monaten möglichst gleichmäßig zu nutzen und Gegenstände regelmäßig umzustellen.

Die Maserung selbst ist fein und gleichmäßig, mit gelegentlich erkennbaren Markstrahlen. Sie verläuft meist ruhig und geradlinig, manchmal leicht gewellt. Kleine dunkle Punkte oder Streifen, die durch Gummigänge im Holz entstehen, sind keine Mängel, sondern Teil des Charakters. Viele Möbelmacher schätzen sie sogar als „Signatur“ des heimischen Kirschbaums. Der Splint ist deutlich heller als das Kernholz und wird im Möbelbau in der Regel mitverarbeitet, wenn ein lebendigeres Holzbild gewünscht ist, oder weggeschnitten, wenn eine homogene Farbe gefragt ist.

Wer die Kirschholz-Farbe noch genauer einordnen will: Sie liegt farblich klar zwischen heller Eiche und Nussbaum. Eiche wirkt im Vergleich kühler und gelblicher, Nussbaum deutlich dunkler und schokoladiger. Kirsche bedient genau die warme Mitte, und das ist ein Bereich, den kein anderes heimisches Holz so klar besetzt.

Eigenschaften von Kirschholz auf einen Blick

Jetzt zu den harten Zahlen. Wer ein Möbelstück kauft, will wissen was es aushält und ob das Material zu seinem Alltag passt. Bei Kirschholz fallen die Kennwerte in den Bereich mittelhartes bis hartes Laubholz, mit einer Tendenz zur leichteren Bearbeitbarkeit.

Kennwert Wert Bedeutung
Rohdichte (lufttrocken, u=12%) 490–600–700 kg/m³ mittelschwer, etwas leichter als Eiche
Brinellhärte (quer zur Faser) ca. 29 N/mm² mittelhart, gut für Möbel, weniger für Hochbeanspruchung
Biegefestigkeit ca. 90 N/mm² solide tragfähig
Druckfestigkeit ca. 49 N/mm² ausreichend für Möbelkonstruktionen
Schwindverhalten (radial / tangential) 3,2 % / 6,7 % gering, sehr standfest
Dauerhaftigkeitsklasse EN 350 Klasse 3–4 (mäßig dauerhaft) nicht für den ungeschützten Außeneinsatz

Was diese Zahlen praktisch bedeuten: Kirschholz ist hart genug für den anspruchsvollen Möbelbau, aber nicht so unnachgiebig wie Eiche oder Esche. Eine Druckstelle entsteht etwas leichter als bei Eiche, dafür lässt sich das Holz angenehmer bearbeiten und kommt bei Tischlern für feine Arbeiten besonders gut an. Das geringe Schwindmaß ist ein echter Vorteil: Kirschbaumholz arbeitet im Trockenzustand wenig nach und gehört damit zu den standfestesten heimischen Möbelhölzern überhaupt. Tischplatten aus Kirschholz neigen weniger zu Verzug als vergleichbare Platten aus Buche.

Tischler beschreiben Kirschholz oft als ein Holz, das sich „freundlich“ bearbeiten lässt. Es sägt, hobelt, fräst und drechselt sich präzise, ohne Werkzeuge ungewöhnlich schnell stumpf zu machen. Verleimungen sind unproblematisch, geschraubt wird ohne Vorbohren bei feinen Querschnitten zwar nicht, ansonsten gibt es aber kaum Überraschungen. Die Oberflächen werden bei sauberer Bearbeitung seidig glatt und nehmen Öl und Wachs gleichmäßig auf. Beim Beizen ist Vorsicht geboten, weil Kirschholz seine eigene Farbe so klar mitbringt — die meisten Möbel werden nur geölt oder klar lackiert.

Eine wichtige Einschränkung: Kirschholz ist kein Außenholz. Im Erdkontakt oder bei dauerhafter Bewitterung baut es relativ schnell ab. Für Gartenmöbel oder Fassaden ist Eiche, Robinie oder Lärche die deutlich bessere Wahl. Im Innenraum dagegen spielt Kirsche ihre Stärken souverän aus.

Vorteile und Nachteile von Kirschholz auf einen Blick

Wer vor einer Kaufentscheidung steht, möchte Stärken und Schwächen kompakt nebeneinandersehen. Kirschholz hat eine sehr klare Charakteristik — die folgenden Punkte fassen zusammen, was im Möbelalltag wirklich zählt.

Vorteile Nachteile
Warmer rötlich-brauner Farbton, der durch natürliche Nachdunkelung mit den Jahren immer schöner wird Mittlere Härte (ca. 29 N/mm²) — Druckstellen entstehen leichter als bei Eiche oder Esche
Sehr geringes Schwindmaß (3,2 % / 6,7 %) — standfest, wenig Verzug auch bei großen Tischplatten Nicht außentauglich (Dauerhaftigkeitsklasse 3–4) — ungeeignet für Garten, Fassade und Feuchträume
Fein und gleichmäßig zerstreutporig — angenehm zu bearbeiten, sägen, hobeln, drechseln Begrenzte Verfügbarkeit der heimischen Vogelkirsche, weil sie nicht planmäßig forstwirtschaftlich angebaut wird
Ruhige, feine Maserung — passt zu modernen wie klassischen Einrichtungsstilen Preis im oberen Segment heimischer Möbelhölzer, oberhalb von Eiche und Buche
Heimische Vogelkirsche mit kurzen Transportwegen — sehr gute Ökobilanz bei FSC/PEFC-Ware Splint deutlich heller als Kernholz — ungleichmäßige Farbe möglich, wenn eine homogene Optik gewünscht ist
Verleimung, Ölung und klare Lackierung gelingen ohne Überraschungen — dankbar im Handwerk UV-bedingte Nachdunkelung im ersten halben Jahr ist stark — abgedeckte Stellen bleiben sichtbar heller

Unterm Strich: Kirschholz ist eine bewusste Wahl für hochwertige Innenmöbel mit Charakter — wer ein hartes Allround-Holz für Boden, Außenbereich und gewerbliche Beanspruchung sucht, ist mit Eiche besser bedient.

Wofür wird Kirschholz verwendet?

Die Verwendung von Kirschholz ist klar fokussiert auf den hochwertigen Innenausbau, und das aus gutem Grund. Hier eine Übersicht der wichtigsten Einsatzbereiche.

  • Möbel und Tischplatten: Das ist die Paradedisziplin. Esstische, Schreibtische, Sideboards, Vitrinen, Couchtische, Bücherregale und Betten funktionieren in Kirschholz besonders gut, wenn ein warmer, eleganter Charakter gefragt ist. Klassische Stilrichtungen wie Biedermeier haben Kirschbaumholz im 19. Jahrhundert geprägt, und auch im modernen Möbeldesign ist es eine bewusste Entscheidung gegen die Allgegenwart von Eiche. Wer Massivholzmöbel mit ruhiger, warmer Optik sucht, findet in Kirschbaummöbeln eine Alternative, die mit den Jahren immer schöner wird.
  • Schreibtische und Büromöbel: Kirsche und Bürocharakter passen seit jeher gut zusammen. Klassische Anwaltskanzleien, Notariate und Direktionsbüros wurden über Jahrzehnte mit Kirschbaum-Möbeln eingerichtet, und das nicht aus Verlegenheit, sondern weil der warme Holzton in repräsentativen Räumen funktioniert.
  • Parkett: Kirschbaum-Parkett ist eine weniger verbreitete, aber durchaus etablierte Lösung für Wohnräume. Es ist optisch sehr wertig, hat allerdings durch die mittlere Härte eine etwas geringere Belastbarkeit als Eichen- oder Eschenparkett. Für privat genutzte Wohn- und Schlafräume ist das in der Regel kein Problem.
  • Musikinstrumente: Hier hat Kirschholz eine kleine, aber feine Nische. Es kommt vor allem im Korpusbau von Geigen, Gitarren und einigen Blasinstrumenten (etwa Klarinetten und Tabakpfeifen) zum Einsatz, wo es einen warmen, weichen Klang einbringt. Auch Klavier- und Flügelgehäuse werden gelegentlich aus Kirsche gefertigt, vor allem in restaurativen Arbeiten.
  • Drechselarbeiten und Innenausbau: Türen, Treppenwangen, Wandvertäfelungen, Furniere für hochwertige Innenausbauten und feine Drechselarbeiten. Hier spielt Kirschholz seine optische Wärme aus und verbindet sich gut mit Naturstein, Leder und gedeckten Textilien.

Wofür Kirschholz weniger geeignet ist, lässt sich kurz benennen: Außenanwendungen jeder Art, sehr stark beanspruchte Bodenflächen in gewerblichem Umfeld und Anwendungen, in denen das Holz dauernd nass werden kann, etwa in Bädern ohne ausreichende Belüftung. Ansonsten ist Kirschholz eines der vielseitigsten heimischen Möbelhölzer, das wir kennen.

Kirschholz-Möbel — warum das Holz für hochwertige Massivholzmöbel funktioniert

Wenn wir bei Oakberry über Holz für Massivholzmöbel sprechen, gibt es eine ehrliche Hierarchie der Beliebtheit. Eiche steht ganz oben, weil sie hart, verfügbar und tolerant ist. Direkt dahinter kommen Nussbaum für den dunklen Anspruch, Esche und Ahorn für die hellen Liebhaber und eben Kirschbaumholz für alle, die etwas Wärme im Holzton suchen, ohne gleich in die dunklen Schokoladentöne von Nussbaum zu rutschen.

Was Kirschholzmöbel im Alltag auszeichnet:

Die natürliche Nachdunkelung ist der vielleicht größte Wert. Ein Esstisch aus Kirschbaumholz, der bei seiner Anlieferung noch hell-rötlich wirkt, hat nach zwei Jahren Nutzung eine warme, satte Färbung erreicht, die sich nicht mit Beizen oder Lasuren herstellen lässt. Dieses langsame, natürliche Reifen ist ein Argument für Geduld, und für die Investition in Massivholzmöbel, die für Generationen gedacht sind.

Die Maßhaltigkeit ist der praktische Vorteil. Tischplatten aus Kirschholz haben durch das geringe Schwindmaß einen klaren Vorteil gegenüber Buche oder Birke: Sie reagieren weniger empfindlich auf Schwankungen der Raumluftfeuchte, neigen weniger zu Verzug und halten ihre Form über die Jahre stabil. Das ist gerade bei massiven Esstischen mit Längen über zwei Metern ein echtes Argument.

Die Bearbeitbarkeit ist die Stärke, die im Möbelbau zählt. Feine Profile, sanfte Rundungen, Schubladenauszüge mit präzisen Holzführungen: All das gelingt in Kirschholz besonders sauber, weil das Holz fein und gleichmäßig ist. Für hochwertige Handwerkermöbel ist Kirsche deshalb seit Generationen ein bewusstes Material, kein zufälliges.

Und schließlich die Optik im Wohnkontext: Kirschholz harmoniert mit warmen Wandfarben, Naturmaterialien wie Leinen und Wolle, mit Messing und Antikbronze. Es wirkt in skandinavisch reduzierten Räumen genauso wie in klassisch eingerichteten Wohnzimmern. Wer hochwertige Massivholzmöbel sucht, die zugleich warm und zurückhaltend wirken, findet in Kirschbaummöbeln eine sehr durchdachte Wahl. Eine Übersicht unserer Kollektion findet sich in unseren Kategorien für Massivholz-Esstische und Tischplatten nach Maß.

Moderner Massivholz-Esstisch mit warmem Holzton in zeitgemäßem Esszimmer

Kirschholz im Vergleich zu Eiche und Nussbaum

Wer überlegt, ob das nächste Massivholzmöbelstück aus Kirsche, Eiche oder Nussbaum werden soll, steht vor einer der häufigsten Entscheidungen im Möbelkauf. Die folgende Tabelle hilft bei der schnellen Orientierung.

Eigenschaft Kirschholz Eichenholz Nussbaumholz
Farbton frisch hell rötlich-braun hellbraun bis goldgelb hell mittelbraun
Farbton nach Jahren warm rötlich-braun, leicht goldig leicht nachdunkelnd, gelbbraun satt schokoladenbraun
Maserung fein, ruhig, leicht gewellt offen, deutlich, oft markant mittelfein, sehr lebendig
Brinellhärte (ca.) 29 N/mm² 34–41 N/mm² 30–38 N/mm²
Schwindverhalten sehr gering mäßig gering
Preis (Tendenz) mittel–hoch mittel hoch
Außentauglich nein ja (Klasse 2) nein
Charakter im Raum warm, klassisch robust, zeitlos edel, dunkel

Was zeigt der Vergleich? Eichenholz ist die robusteste, härteste Variante mit der breitesten Verwendungspalette — von Möbeln bis zu Terrassendielen. Nussbaumholz ist das edelste der drei, mit dunkler, sehr markanter Optik, dafür auch klar am teuersten. Kirschholz besetzt eine eigene Position: Warmer Holzton, sehr fein in der Maserung, sehr standfest, aber weniger hart als Eiche. Wer das Charakteristische sucht, ohne auf die dunklen Farben von Nussbaum zu setzen, findet in Kirsche die naheliegende Wahl. Eine ausführliche Eichen-Analyse haben wir in unserem Artikel zu Eichenholz zusammengestellt, das Pendant zu Nussbaumholz ist ebenfalls verfügbar.

Nachhaltigkeit — wie regional ist Kirschholz?

Die Nachhaltigkeitsfrage ist bei Holz immer eine Frage der Herkunft, und hier gibt es bei Kirschbaumholz zwei sehr unterschiedliche Antworten.

Die europäische Vogelkirsche ist ein heimischer Laubbaum, der in deutschen, österreichischen und französischen Wäldern wächst. Er wird forstwirtschaftlich nicht in dem Umfang angebaut wie Eiche oder Buche, sondern vor allem aus naturnahen Mischwäldern entnommen. Das bedeutet zwei Dinge: Vogelkirsche aus heimischer Forstwirtschaft hat eine ausgesprochen gute Ökobilanz, weil Transportwege kurz sind und die Bewirtschaftung in Deutschland strengen Kriterien folgt. Gleichzeitig ist die verfügbare Menge begrenzt, was den Preis nach oben treibt und die Verfügbarkeit phasenweise einschränkt. FSC- oder PEFC-zertifizierte Vogelkirsche aus deutschen Forstbetrieben ist eine der nachhaltigsten Möbelholz-Optionen, die wir kennen.

Die amerikanische Schwarzkirsche kommt aus Nordamerika, in der Regel aus den nordöstlichen Bundesstaaten der USA und aus Kanada. Sie wird dort planmäßig forstwirtschaftlich bewirtschaftet und ist über zertifizierte Lieferketten verfügbar. Die Ökobilanz hängt vor allem am Transport: Containerschiff aus den USA bedeutet eine deutlich höhere CO₂-Belastung als heimisches Holz aus einem Forstbetrieb 50 Kilometer entfernt. Wer bewusst regional kaufen will, sollte deshalb explizit nach europäischer Vogelkirsche fragen — der Unterschied zur amerikanischen Variante ist im fertigen Möbel zwar gering, in der Ökobilanz aber spürbar.

Bei Oakberry arbeiten wir wo immer möglich mit europäischer Vogelkirsche aus zertifizierten Forstbetrieben, weil das zur Marke passt. Wer wissen will woher das Holz seines konkreten Möbelstücks stammt, kann uns gerne fragen. Bei Massivholz aus regionaler Verarbeitung lässt sich die Herkunft bis zum Forstbetrieb zurückverfolgen.

Kirschholz pflegen — was wirklich nötig ist

Möbel aus Kirschholz sind im Alltag erfreulich pflegeleicht. Drei Regeln decken den größten Teil ab, alles darüber hinaus ist Liebhaberei.

Erstens: Stehende Nässe vermeiden. Verschüttetes Wasser, Wein oder Kaffee sollte zügig aufgewischt werden. Blumentöpfe gehören auf eine Untertasse, und in den ersten Wochen nach der Anlieferung sollten heiße Tassen nicht direkt auf der frisch geölten Oberfläche stehen.

Zweitens: Geölte Oberflächen regelmäßig nachölen. Einmal jährlich eine dünne Schicht Hartwachsöl oder hochwertiges Möbelöl auftragen, sauber einarbeiten und überschüssiges Öl nach 15 Minuten abnehmen. Das schützt die Oberfläche, frischt den warmen Holzton auf und kaschiert kleine Gebrauchsspuren.

Drittens: Direkte Sonneneinstrahlung dosieren. Kirschholz dunkelt unter UV-Licht spürbar nach, was im ersten Jahr Teil des Reifeprozesses ist. Wer einen frisch gelieferten Esstisch direkt unter ein Südfenster stellt und dort über Wochen einen Untersetzer liegen lässt, riskiert einen sichtbar helleren Fleck unter dem Untersetzer. Gegenstände auf der Platte deshalb in den ersten Monaten regelmäßig umstellen.

Für die normale Reinigung reichen ein weiches Tuch, lauwarmes Wasser und gelegentlich eine milde Holzseife. Aggressive Reiniger, Mikrofasertücher mit Allzweckreiniger und alkoholhaltige Sprays haben auf Kirschholzmöbeln nichts zu suchen. Sie entziehen dem Holz seine natürlichen Öle und können den Glanz dauerhaft beschädigen. Bei oberflächlichen Spuren auf geölten Möbeln hilft leichtes Anschleifen mit feinem Schleifpapier und anschließendes Nachölen meist deutlich. Bei lackierten Oberflächen sind kleine Beschädigungen punktuell schwieriger auszubessern, dafür ist die Lackierung im Alltag noch unempfindlicher.

FAQ — Häufige Fragen zu Kirschholz

Was ist Kirschholz?

Kirschholz ist das Holz von Bäumen der Gattung Prunus, im europäischen Möbelhandel vor allem die heimische Vogelkirsche (Prunus avium) und die nordamerikanische Schwarzkirsche (Prunus serotina). Es ist ein mittelhartes, fein gemasertes Laubholz mit warmem Rötlich-Braun-Ton, der mit der Zeit deutlich nachdunkelt. Verwendet wird es vor allem für hochwertige Massivholzmöbel, Schreibtische, Parkett im Wohnbereich und Musikinstrumente.

Ist Kirschholz ein Hartholz?

Ja, Kirschholz zählt zu den Harthölzern, allerdings im mittleren Bereich. Die Brinellhärte liegt bei rund 29 N/mm² quer zur Faser, also deutlich über Weichhölzern wie Fichte oder Kiefer, aber etwas unter Eiche (34–41 N/mm²) oder Nussbaum. Für Möbel, Tischplatten und Parkett im Wohnbereich ist diese Härte vollkommen ausreichend. In sehr stark beanspruchten Bereichen wie gewerblich genutzten Böden ist Eiche oder Esche die robustere Wahl.

Warum dunkelt Kirschholz nach?

Die Nachdunkelung entsteht durch UV-Licht, das die Farbstoffe im Holz chemisch verändert. Bei Kirschholz ist dieser Prozess besonders ausgeprägt und in den ersten sechs bis zwölf Monaten am schnellsten sichtbar. Das frisch verarbeitete, helle Rötlich-Braun reift dabei zu einem sattem, warmen Braun mit goldigem Schimmer. Diese natürliche Nachdunkelung ist ein gewollter Teil des Holzcharakters und gilt im Möbelhandel als Qualitätsmerkmal — entsprechend lässt sie sich auch durch Beizen nicht künstlich vorwegnehmen, weil das Endergebnis immer organischer wirkt als jede chemische Behandlung.

Was ist der Unterschied zwischen europäischem und amerikanischem Kirschholz?

Die europäische Vogelkirsche stammt aus heimischen Mischwäldern, hat ein etwas lebendigeres Holzbild mit gelegentlichen kleinen Markstrahlen und Gummigängen, und ist im frischen Zustand eher hell-rötlich. Die amerikanische Schwarzkirsche wächst in Nordamerika, wird dort planmäßig forstwirtschaftlich genutzt und liefert größere, gleichmäßigere Stämme mit ruhigerer Maserung und meist etwas helleren Frischfarben. Beide Hölzer dunkeln vergleichbar nach. Praktisch unterscheiden sich die beiden vor allem in der Ökobilanz: Heimische Vogelkirsche hat durch kurze Transportwege einen klaren Vorteil.

Ist Kirschholz ein „wertvolles Holz“?

Was ein „wertvolles Holz“ ist, hängt vom Maßstab ab, diese Einschränkung vorweg. Im strengen Sinn der klassischen Edelholz-Definition, die meist Tropenhölzer wie Mahagoni, Palisander oder Teak meint, zählt Kirschholz nicht zu den Edelhölzern. Innerhalb der heimischen Hölzer gehört es jedoch klar zur Spitzengruppe. Heimische Vogelkirsche ist eine der teureren Möbelholzarten Europas, weil sie nicht in großen Mengen forstwirtschaftlich angebaut wird, und gilt unter Tischlern als eines der schönsten Möbelhölzer überhaupt. Für hochwertige Massivholzmöbel ist Kirsche eine sehr bewusste Wahl.

Was kostet Kirschholz?

Kirschholz bewegt sich preislich im oberen Bereich heimischer Möbelhölzer, oberhalb von Eiche und Buche und etwas unter Nussbaum. Schnittholz aus europäischer Vogelkirsche kostet je nach Qualität und Stärke deutlich mehr als gewöhnliche Eiche, was vor allem an der begrenzten Verfügbarkeit liegt. Eine massive Tischplatte aus Kirschholz ist entsprechend kein Schnäppchen-Möbelstück, sondern eine Investition, die durch Langlebigkeit und die natürliche Farbentwicklung über die Jahre an Wert gewinnt. Amerikanische Schwarzkirsche ist meist etwas günstiger als europäische Vogelkirsche, hat aber eine schlechtere Ökobilanz.

Wofür wird Kirschholz verwendet?

Kirschholz wird fast ausschließlich im hochwertigen Innenbereich verwendet. Die wichtigsten Anwendungen sind Massivholzmöbel (Esstische, Schreibtische, Sideboards, Vitrinen, Schränke, Couchtische), Parkett für Wohnräume, Furniere für Innenausbauten, Drechselarbeiten und ausgewählte Musikinstrumente. Im Möbelbau hat sich Kirsche durch ihre fein gemaserte, ruhige Optik und die warme Farbentwicklung als Klassiker etabliert. Für den Außenbereich ist Kirschholz dagegen ungeeignet, weil es in die Dauerhaftigkeitsklasse 3 bis 4 fällt und ohne aufwendigen Schutz nicht witterungsbeständig ist.

Was ist das Besondere an Kirschholz im Vergleich zu Eiche oder Nussbaum?

Kirsche besetzt eine eigene Nische zwischen Eiche und Nussbaum. Im Vergleich zu Eiche ist Kirschholz wärmer im Farbton, feiner in der Maserung und standfester durch das geringere Schwindmaß, dafür weniger hart und nicht außentauglich. Im Vergleich zu Nussbaum ist Kirsche heller, in der Maserung ruhiger und in der Optik weniger dramatisch, dafür aber auch zugänglicher und in der Regel etwas günstiger. Die markanteste Eigenschaft, die kein anderes heimisches Holz so prägnant zeigt, ist die Nachdunkelung im ersten Lebensjahr eines Möbelstücks. Wer ein Holz möchte, das sich sichtbar entwickelt und mit den Jahren reift, findet in Kirschholz die naheliegende Wahl.

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